[Feedback] “Die letzte Melderin – I. Die Nachfolge” von Michael G. Spitzer

[Feedback] “Die letzte Melderin – I. Die Nachfolge” von Michael G. Spitzer

3. März 2019 0 Von Melinda

Urheber Cover: Exxpression Homburg, Creativ Work Design, Homburg Quelle Hintergrund: Pixabay

Darum geht’s:

Danielle war immer schon anders. In einer Stadt, in der blond und blauäugig das Ideal und auch den Großteil der Bevölkerung stellt, ist sie eine Außenseiterin. Diese geschützte Siedlung, nach mehreren verheerenden Kriegen vielleicht das letzte Refugium der Menschheit, birgt jedoch Gefahren und Geheimnisse.

Gregor, ihr Ausbilder und Mitglied des Rates, weist sie immer tiefer in die Abgründe der Gesellschaft ein. Als er Dan in Kontakt mit der Untergrundorganisation “Die geöffneten Hände” bringt, stellt sich ihr Leben komplett auf den Kopf.

Im Wissen der Gefahr, die ihr und allen Andersartigen droht, sucht sie nach Möglichkeiten, den Lauf der Dinge zu ändern. Doch auch hier steht sie allein. Nicht einmal ihren Helfern kann Dan rückhaltlos vertrauen.
(© Michael G. Spitzer)


Mein Leseerlebnis:

Schon der Einstieg in das Buch gestaltet sich spannend, denn unsere Protagonistin Dan steht unmittelbar vor ihrer Zwischenprüfung und wird dort mit einer unvorhergesehenen Situation konfrontiert. Dies soll aber nur der Auftakt für weitere unangenehme Überraschungen sein, deren Sinn sie erst nach und nach erkennt.
Ich war fasziniert von den Beschreibungen der Simulationen. Da werden taktische Kampfhandlungen so genau und nachvollziehbar beschrieben, dass man sich als Leser selbst mittendrin fühlt. Und das ohne von zu detaillierten Landschaftsdarstellungen gelangweilt zu sein. 

Mit Dan präsentiert uns der Autor eine Protagonistin, die sich innerhalb kürzester Zeit in großen Schritten Richtung kampfbereite Rebellin entwickeln sollte. Sie, die sich immer bedeckt hielt, für sich blieb und als einzige Freundin Tina neben sich duldet.
Ich empfinde sie als sehr authentisch mit ihren Zweifeln und Fragen. Schließlich musste sie nach knapp 18 Jahren erfahren, dass ihr Leben auf einer brutalen Lüge aufbaut. Das Ausmaß dieser Lüge wird ihr und auch dem Leser erst nach und nach bewusst, was unwillkürlich zahllose Gedankengänge los tritt und Fragen aufwirft.

Die Konstruktion der Geschichte ist wirklich geschickt. Da immer wieder neue Ungeheuerlichkeiten und auch Ungereimtheiten auftreten, ist man als Leser regelrecht gezwungen (im besten Sinne) am Ball zu bleiben.

Ich habe während des Lesens uns danach wirklich viel über diese Geschichte nachgedacht und erschrocken festgestellt, dass ich selbst drei K.O.-Kriterien für die Siedlung erfülle. Da läuft es einem schon mal kalt den Rücken hinab.

Auch wenn es eine Dystopie ist, ist diese doch so eindrücklich und authentisch, dass man sich ohne Weiteres vorstellen kann, dass sie auch unsere Gesellschaft in diese Richtung entwickeln könnte. Besonders wenn man sich die aktuelle Lage anschaut. Da wird einem ganz übel.

Ein Aspekt, der mich nachhaltig an der Schreibweise des Autors beeindruckt hat,ist der, dass ich die spannenden Stellen ebenso atemlos verfolgen konnte, wie ich an den emotionalen Stellen gerührt war. Er transportiert durch seine Wortwahl das jeweilige Gefühl in der Situation gut zum Leser und hat dabei einen feinen Sinn für Details.

Insgesamt muss ich sagen, dass diese Story sich ein wenig anfühlt wie ein Puzzle. Die Puzzleteile lassen einen grübeln und überlegen, an welche Stelle sie passen könnten und welches Bild sich darauf wohl ergeben wird.
Allerdings scheinen wir es hier mit einem Puzzle aus mindestens 1000 Teilen zu tun zu haben, denn ich habe noch viele Fragen und Gedanken, die ich beantwortet bzw. bestätigt oder widerlegt haben möchte. Nicht zu vergessen der Cliffhanger, mit dem das Buch endet. Aber da es ja in absehbarer Zeit einen zweiten Teil geben wird, ist das kein Minus-Kriterium.
Ich hätte vielleicht doch warten sollen, bis der zweite Band erschienen ist, nun muss ich nägelkauend abwarten.

Alles in allem eine Leseempfehlung von mir für alle Dystopiefans, die Authentizität schätzen und keine Angst vor Realitätsbezug haben. 😉

Eure

Herzlichen Dank an Michael G. Spitzer und den Hybrid-Verlag, die mir die Gelegenheit boten, diese Geschichte rascher zu lesen als geplant! <3 

[Werbeblock:]
Titel: Die letzte Melderin – I. Die Nachfolge
Autor: Michael G. Spitzer
Verlag: Hybrid Verlag
Dateigröße / Seitenanzahl: 1654 kB /340 Seiten
ASIN / ISBN: B07GPVS4F8 /
Preis: Ebook € 6,99 (Stand: 03.03.2019)
Preis TB: € 13,90