Wenn innere Dialoge ein Buch bereichern

Wenn innere Dialoge ein Buch bereichern

30. August 2018 0 Von Michelle

Huhu und einWillkommen an alle Leser!

Wer kennt sie nicht, diese komischen Momente, in denen sich beim Lesen einer Geschichte ein paar Stimmen zu Wort melden? Nein, damit sind ganz sicherlich nicht die nervigen Stimmen aus dem nächsten Zimmer, oder die spielenden Kinder von der Straße gemeint. Ich meine die lieblichen und teuflischen Klänge aus unserem Innerem.

Ihr kennt sie nicht? Dann bin ich wohl wieder eine der Leseratten, die eindeutig noch einen weiteren Unterhaltungswert beim Lesen haben. Immer wieder passiert es mir, dass sich beim Lesen ein kleiner, aber feiner Engel auf meine Schulter setzt. —> Darf ich vorstellen? Das ist Angeli. Sie kommt aber nicht allein. Nein, nein! Denn da wo sie auftaucht, ist auch Devilio nicht weit. <— Das ist er! Na kommen sie euch nun doch bekannt vor? Dann werdet ihr bestimmt auch wissen, was mit denen beiden immer für ein Gedankenchaos losgetreten wird. Jeder der beiden hat zu verschiedenen Szenen eine eigene Meinung und die MUSS natürlich auch mitgeteilt werden. In Ruhe lesen? Fehlanzeige.

So gesellten sie sich auch während meiner Lesezeit von Roots of Life – Lebensfunke zu mir und verschonten mich so überhaupt nicht mit ihren Kommentaren.  Ich hab mir den ein oder anderen Kommentar zu ein paar Themen im Buch notiert und mir überlegt, dass ich euch mal an den Aussagen von Angeli und Devilio teilhaben lasse.

Ich hoffe ihr habt ein bisschen Spaß dabei.


Kennt ihr das von früher noch, als die feinen Damen immer ein paar dünne Handschuhe anhatten, welche sie später dann im Winter immer gegen dicke Handschuhe tauschten? Oder einen Buttler? Aufjeden Fall ist es dann doch seltsam, wenn man ein Buch beginnt und am Anfang liest, wie die Handschuhe getauscht wurden.

Angeli: Oh! Da war bestimmt ein Signal für ein Date mit dem Motorrad oder so. Es handelt sich ganz sicher um einen Zweirad-Fan.
Devilio: Das erklärt nun aber noch lange nicht, wieso die Person vorher schon dünne Handschuhe anhatte! Es handelt sich bestimmt um einen Handschuh-Fetisch, wart nur ab gleich werden wir nette Laute zwischen den Zeilen rauslesen!


Wie es wohl sein muss, wenn man eine Krankheit hat, bei der einem jede Berührung, egal ob durch Mensch oder Gegenstand, Schmerzen oder Lähmungen verursacht?

Angeli: Grausame Aussichten, kein Küsschen, keine Umarmung und das ewige Leiden nach Liebe, Geborgenheit und Normalität. Auf ewig gefangen im eigenen Körper. Das ist wirklich teuflisch böse.
Devilio: Hey, Hey! Ich bin ja für vieles verantwortlich, aber du kannst mir nicht Verantwortung aufhalsen! Ich meine: Was zur Hölle soll das denn für eine Krankheit sein? Schnell holt das Security Team! Nein, besser noch den Secret Service.
Oh so ein Wesen würde mir in meinem warmen Bau gefallen, und meinen sadistischen Anhängern erst!

Man bedenke, wie soll man denn schlafen, sitzen und sonstige alltägliche Dinge erledigen?

Angeli: Oh Gott, das grenzt ja schon an Folter. Im Sommer kein Schwimmbad – nicht baden oder schwimmen gehen; im Winter nicht im Schnee herum tollen oder Ski fahren. Man würde ja das ganze Leben verpassen.
Devilio: “Vermittlung?! Verbinden sie mich schnell mal mit Copperfield.” Der Kerl hats drauf! Schlafen? Kein Problem, er soll das Persönchen einfach mal in der Luft schweben lassen, die wird ja wohl kaum kneifen, zwicken oder mit dem Finger auf einem tippen. Und dann schweben wir davon und leben in Trance. Da brauch man keine anderen Suchtmittel mehr, oder?


Ihr wart, wie ich früher auch, bestimmt furchtbar genervt, wenn Mama immer und überall ihre Nase reingesteckt hat, oder? Gott, was habe ich das immer verflucht, wenn sie genau in dem Moment auf der Bildfläche erschienen ist, wenn ich gerade dabei war etwas auszuhecken. Wie nervig wäre das wohl, wenn nun ständig ein Aufpasser in der Nähe gewesem wäre? Egal wann und wo!

Angeli: Ein schrecklicher Gedanke. Wieder erinnert es stark an ein Gefängnis. Totale Überwachung, keine Privatsphäre und keine sozialen Kontakte. Aber der Mensch lebt doch von und mit der Liebe, der Freiheit und man lernt doch durch sie. Wie könnte so ein Leben nur funktionieren? Aber wenn jemand das wirklich so machen würde, dann müsste es doch einen wirklich guten Grund geben, würde ich meinen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sowas nur aus Spaß macht, denn man schränkt sich doch dann selbst sehr stark ein mit der Kontrolle einer anderen Person.
Devilio: Ach was! Scheiß dir mal nicht ins Hemd Engelchen. Das ist die Vorbereitung für die spätere Ehe. Früh übt sich wer Meister werden will, nicht wahr? Außerdem gibts ja heute die gute Technik Namens Internet und Computer, da geht alles sogar per Sprachsteuerung. So hat man immer ein großes Tor in eine noch größere Welt.


Wer wünschte sich als Teenager nicht manchmal ganz heimlich, dass sich die Eltern in Luft auflösen? Ich gebe gerne zu, es gab auf jeden Fall den einen oder anderen Moment, in denen ich mir unglaublich gerne gewünscht hätte allein zu sein und alles selbst bestimmen zu können. Aber was wäre, wenn es auf einmal wahr werden würde, sie aber verschwunden blieben?

Angeli: Es wäre wie ein Schlag ins Gesicht. Freude über die Freiheit würde bestimmt nur kurz anhalten. Kinder lieben und brauchen ihre Eltern doch, mit ihnen würden die großen starken Hände, die einen immer auffangen, verloren gehen. Kein Halt, keine Sicherheit aber vor allem eine innere Leere und die Ungewissheit. Warum?
Devilio: Wie keine Eltern? Yeah endlich sind die Wachhunde weg! Let’s get the Party started! Here we go! Ich bin auch ohne Eltern groß geworden und schaut mich an ich lebe noch! – Naja so mehr oder weniger *kratzt sich am Kinn*


Was wäre das Leben ohne Streit? Harmonisch, würden die Einen sagen; langweilig, die Anderen. Denn ohne Streit gäbe es auch keine Versöhnung mehr und die ist ja bekanntlich das schönste am Streit. Aber wie kommt man damit klar, wenn Kinder keinen Umgang miteinander haben dürfen, weil die Eltern seit Jahren im Dauerstreit leben?

Angeli: Kinder sollten niemals mit solchen Fehden und Streitereien belastet werden. Sie sollten sich frei entfalten, das Leben und die Menschen ohne Vorbehalte selbst kennen lernen und dann auch selbst entscheiden können, wie und mit wem sie Kontakt haben wollen. Es gibt so viele Möglichkeiten heute trotzdem befreundet zu bleiben. Wobei das früher auch möglich war.  Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Devilio: Papperlapapp! Zerstrittene Familien haben auch was tolles! Man hat eben immer ein gutes Ventil, wo man Frust ablassen kann. Besser als jeder Boxsack! Spielt man eben nur ein bisschen anders als sonst, mit etwas mehr Action halt.


Rollenverteilungen gibt es schon seit Jahrzehnten und obwohl wir in einer modernen Gesellschaft leben, gibt es dennoch auch heute noch Familien, die auf diese Rollenverteilung bestehen. Könnt ihr euch das vorstellen?

Angeli: So lange es im Einverständnis geschieht, kann das durchaus auch positiv sein. Jeder in der Familie kennt seinen Platz und seine Aufgabe. Es bietet ein gutes Fundament für eine stabile Familienstruktur. So lange es einen liebevollen Umgang, viel Nähe und Liebe gibt, kann sowas auch gut funktionieren.
Devilio: *verdreht die Augen* Einvernehmlich! So ein Quatsch! Der Mann gibt den Ton an! Ich bin ja dafür, dass bei der Geburt Frauen und Kinder ein Familiendienst-Gen bekommen sollten! Dann hätte ich jetzt auch endlich ein braves Angeli, welches mir mein heißes Bier bringen würde, in schicker Dienstkleidung versteht sich!


Jeder Mensch hat seine kleine und große Geheimnisse und das ist auch gut so! Aber wie würde es wohl sein, wenn alle über ein Geheimnis Bescheid wüssten, welches dein Leben betrifft?

Angeli: Vertrauen ist das Fundament für ein gutes Miteinander, für den Zusammenhalt bei Problemen und Sorgen. Es bildet eine tragende Säule in jeglicher Beziehung. Egal wie gut man ein Geheimnis hüten will, sobald andere davon (mit)betroffen sind, sollte man sich irgendwann auf jeden Fall öffnen und das Gespräch suchen.
Devilio: Offen. Ehrlich. Vorbildlich. Alles nur Schmarn! Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß! Es ist viel spannender, wenn die Betroffenen selbst hinter die schmutzigen Details kommen. Dann rumpst es immer so schön und am Ende gibt es nur einen Gewinner! Nämlich den Teufel in Person, also MICH!


Mein Teufel mag ja wirklich garstig sein, doch er ließ mich immer mal wieder verschiedene Standpunkte durchgehen, auch wenn ich nicht immer seiner Meinung war. Ich persönlich liebe und hasse meine zwei Lesebegleiter, aber missen wollen würde ich sie dennoch nicht. Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Zeit, um euch selbst ein paar Gedanken zu den Themen zu machen, und konntet hinterher vielleicht dann auch ein wenig über meine zwei Stimmen schmunzeln.